
Exkursion zum Goldhandelsgeschäft
Dieses Jahr hatten erneut Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Sozialwissenschaften nach ihren Abiturprüfungen die Gelegenheit, an einer Exkursion zur Kölner Filiale von Degussa Goldhandel teilzunehmen. Nach dem Abi? Eine Schulveranstaltung? Wieso das? Bei der Exkursion ging es darum, sich über den Vermögensschutz durch Edelmetalle in inflationären Zeiten zu informieren. In der Filiale wurden sie sogleich – unter den geschulten Blicken des professionellen Sicherheitspersonals – von der Filialleiterin und einem Verkäufer herzlich empfangen.
Starker Goldpreisanstieg verändert die Marktbedingungen
Seit dem letzten Besuch vom GBG vor zwei Jahren hat sich tatsächlich viel geändert: Der Goldpreis ist – trotz (weltweit) abklingender Inflation – von damals 1.800 Euro in einer langanhaltenden Aufwärtsbewegung auf immer neue Allzeithochs gestiegen, zeitweise sogar auf über 3.000 Euro. Bei den Kölner Mitarbeiter(inne)n von Degussa war schon ein klein wenig Freude über die dynamische Preisentwicklung ihres wichtigsten Produktes zu erkennen. „Wird der Goldpreis noch weiter steigen?“, fragten die Schüler(innen). Oder deuten die aktuellen Rücksetzer an, dass der Goldpreis wieder fallen wird? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Edelmetallhandel?
Der Degussa-Verkäufer führte die Schülerinnen und Schüler durch die Filiale, nahm sich viel Zeit für diese und andere (sehr) detaillierte Fragen und diskutierte mit ihnen ausgiebig das Goldhandelsgeschäft:
Hohe Kundenzufriedenheit trotz größerer Preisschwankungen
Während des starken Anstiegs mussten – aufgrund höherer Kursschwankungen – die eigenen Handelsmargen zwischen An- und Verkaufspreisen ausgeweitet werden, um das Verlustrisiko zu senken. Mittlerweile konnten sie wieder auf das vorherige Niveau zurückgeführt werden. Derzeit überwiegen – in Folge der starken Preisentwicklung – die Verkäufer. So hat beispielsweise ein Kunde seine Goldbarren als Anzahlung für eine Eigentumswohnung verkauft. Die Kundenzufriedenheit ist entsprechend hoch.
Generell sind viele Kundinnen und Kunden überzeugte Goldanleger mit nur geringer Preissensitivität. Sie sind grundsätzlich kaufbereit, weitgehend unabhängig vom aktuellen Preis. Sie sind risikoavers eingestellt, möchten etwas Handfestes besitzen (kein „Papiergold“) und betrachten Gold zumeist als eine (sehr) langfristige, defensive Anlage. Sie denken weniger in Wochen und Monaten, sondern mehr in (vielen) Jahren. Ihr Blick liegt sowohl auf der Rendite aber auch auf dem Vermögensschutz ohne Gegenparteirisiko.
Maßnahmen gegen Goldfälschungen
Besonders interessant für unsere Schülerinnen und Schüler waren die Demonstrationen zur Erkennung von Fälschungen. Hierbei werden Schmuck, Münzen oder Barren u.a. mit einer Magnetresonanzwaage zerstörungsfrei überprüft. Edelmetalle sind nicht paramagnetisch, d.h. sie werden nicht vom Magneten angezogen, Fälschungsmaterial wie z.B. Wolfram aber schon. Im Kölner Edelmetallgeschäft ist dem Ankäufer glücklicherweise nur einmal eine gefälschte Münze begegnet, die einen Wolframkern (annähernd die gleiche Dichte wie Gold) hatte. Bei Aufträgen für die Polizei entdeckt er allerdings häufiger Fälschungen, vor allem bei Goldbarren.
Abschließendes Highlight
Als abschließendes Highlight wurden hinter einer Sicherheitswand äußerst wertvolle Münzen und Barren gezeigt. Letztere hatten trotz ihrer geringen Größe zum Teil Werte im sechsstelligen Bereich. Insgesamt war es eine gelungene Abschlussveranstaltung für unsere Schülerinnen und Schüler! Einige Goldbarren durften sie sogar als Geschenk mitnehmen – allerdings nicht fälschungssicher … aus Schokolade.
Dieter Brüggershemke



